| 14.05.2008: Abgeltungsteuer als Vertriebsmotor?
Die im Rahmen der Studie befragten Finanz- und Versicherungsmakler wollen noch in diesem Jahr durchschnittlich rund 40 % ihrer Bestandskunden ansprechen und diese über die Auswirkungen der Abgeltungsteuer und mögliche Anlageoptionen zu informieren. Ein Drittel plant sogar eine Kommunikationsoffensive für 60 % seiner Kunden. Die Hitliste der beliebtesten Produkte, die die Makler ihren Kunden anbieten möchten, wird von fondsgebundenen privaten und staatlich unterstützten Rentenversicherungen (88 %) angeführt. Die bevorzugte Produktpalette umfasst außerdem fondsgebundene Lebensversicherungen (59 %), Misch- und Dachfonds (57 %) klassische Rentenversicherungen (53 %) und Aktienfonds (51 %). Auch die kriselnde Kapitallebensversicherung spielt in den Überlegungen von 16 % der ungebundenen Makler weiterhin eine Rolle.
Fondprodukte stehen also recht weit vorn in der Gunst der Makler. Nach Einschätzung von psychonomics sollten Fondsgesellschaften daher ihre Geschäftstätigkeit im Maklervertrieb prüfen und gegebenenfalls anpassen. Denn: Das Anlagegeschäft könnte speziell im zweiten Halbjahr 2008 wieder aktiver werden und bietet gerade auch über den Maklervertrieb ein gutes Absatzpotenzial. Die Finanz- und Versicherungsmakler wünschen sich von den Fondsgesellschaften dabei vor allem eines: Unterstützung. Produktschulungen und informative Broschüren sollen dafür sorgen, dass Makler ihre Kunden effektiv auf die Abgeltungsteuer und ihre Auswirkungen vorbereiten können. Nach Angaben der psychonomics AG kennt bisher nur jeder vierte Deutsche die Abgeltungsteuer genauer, 47% fehlen sogar jegliche Informationen über die Auswirkungen auf die Geldanlage. Neben dem Thema "Abgeltungsteuer" hat sich psychonomics im aktuellen "Makler-Absatzbarometer" auch noch einmal mit der VVG-Reform beschäftigt. Die Umsetzung der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes stößt unter den Maklern dabei längst nicht mehr nur auf Kritik, wie es noch vor einigen Monaten der Fall war. Mehr als ein Drittel (38 %) erwartet positive Auswirkungen der VVG-Reform auf den Vertrieb. Rund 20 % stehen den Neuerungen aber auch weiterhin kritisch gegenüber und bezeichnen sie als Risiko für ihre Geschäftstätigkeit. Einen tatsächlichen Nutzen sehen nach wie vor nur wenige. Ein weiteres Thema der Studie war die aktuelle Absatzentwicklung im Privat- und Firmenkundengeschäft. Diese zeigt keine größeren Überraschungen: Im Privatkundengeschäft liegt der Absatz-Index für das 1. Quartal bei plus 18 Punkten (1. Quartal 2007: +20). Gerade bei Leben- und Altersvorsorgeprodukten verzeichneten die Makler deutliche Einbußen, bis auf die Kfz-Versicherung konnten aber vor allem Sach- und Rechtsschutzversicherungen für positive Schlagzeilen sorgen. Im Firmenkundengeschäft vermeldet psychonomics mit einem Index von lediglich plus 20 Punkten einen im Jahresvergleich eher schwachen Wert (1. Quartal 2007: +24). Das starke Niveau vom 4. Quartal 2007 (+26) konnte im Firmenkundengeschäft keine Versicherungssparte halten. Für das Gesamtjahr 2008 erwarten 58 % der Makler im Privatgeschäft moderat steigende Umsätze, 31 % prognostizieren stagnierende Zahlen. Nur jeder zehnte Makler rechnet mit einer negativen Umsatzentwicklung. Für das Firmenkundengeschäft weist die Studie ähnliche Werte aus. Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH (www.lexisnexis.de) zurück
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