| 09.04.2008: Versicherungsvertrieb über das Internet: Informationen ja, Vertragsabschluss nein
Die Websites von Versicherungsunternehmen wurden bis heute von rund elf Millionen Internetnutzern besucht (2000: 2 Millionen). 50% der befragten Versicherungsnehmer nutzen das Internet regelmäßig. Mittlerweile werden vor jedem vierten Vertragsabschluss Informationen aus dem Internet zurate gezogen. Als reine Informationsplattform hat sich das Internet längst durchgesetzt, der Vertrieb von Verträgen über das WWW lief dagegen eher schleppend - entgegen der Erwartungen der Versicherungswirtschaft. So haben bisher lediglich rund 5% aller deutschen Versicherungsnehmer online eine Versicherungs-Police abgeschlossen. Mit dem tatsächlichen Internetverhalten der deutschen Bevölkerung kann diese schwache Quote nicht begründet werden: Auch unter den regelmäßigen Internetnutzern liegt die Abschlussquote bei lediglich 9%. Dennoch, ein positiver Trend beim Internetvertrieb ist deutlich erkennbar: Während bis 2002 rund 786.000 Verträge abgeschlossen wurden, waren es bis 2007 bereits knapp 1,8 Millionen. Die Dominanz der auf persönlichem Kontakt basierenden Vertriebskanäle konnte das Internet bisher allerdings nicht gefährden: 46% aller Neuverträge werden nach wie vor bei einem Vertreter abgeschlossen, Geschäftstellen der großen Assekuranzen vertreiben immerhin noch rund ein Viertel aller Neuverträge. Die Marktanteile von Makler- (9%) und Bankenvertrieb (7%) liegen im einstelligen Bereich.
Der Vertrieb von Policen über das Internet bleibt bisher meist auf die Sparten Kfz-, Hausrat- oder private Unfallversicherung beschränkt. Insgesamt hat der Direktvertrieb (telefonischer, schriftlicher oder Online-Kontakt) in den vergangenen Jahren stark zugelegt (1997: 6,2%; 2007: 15,7%) und dem personenen-gebundenen Vertrieb einige Marktanteile abgenommen. Den Websites der Assekuranzen stellen Internetnutzer gerade mit Blick auf Attraktivität und Benutzerfreundlichkeit ein gutes Zeugnis aus. Einzig eine gezielte Suche und Navigation in den Internetauftritten macht einigen noch zu schaffen. Die Akzeptanz des Online-Abschlusses von Verträgen ist innerhalb der Bevölkerung durchaus vorhanden: In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zustimmung um 12% an: Mittlerweile können sich rund 17% der Deutschen vorstellen, einen Versicherungsvertrag online abzuschließen. Die Quote der Willigen bei den unter 30-Jährigen liegt sogar bei knapp einem Drittel. Speziell interessierte und kompetente Versicherungskunden entdecken das Internet immer häufiger für ihre Versicherungsgeschäfte. Nach Einschätzung der psychonomics AG birgt das Internet für Assekuranzen durchaus "Erfolgspotenzial". Der Direktvertrieb über das Internet werde allerdings auch zukünftig wohl keine bedeutendere Rolle spielen - das Internet könne dagegen vielmehr als effektive Vertriebsunterstützung und Kundenmanagementkanal dienen. Von den Vorteilen des Internets werden Assekuranzen nach Einschätzung der psychonomics AG vor allem dann profitieren, wenn die aktuell noch junge und internetversierte Generation die Altersgruppe der 30 bis 50-Jährigen erreicht - und verstärkt nach Versicherungspolicen für viele Lebensbereiche nachfragt. Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH (www.lexisnexis.de) zurück
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