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15.02.2008: Deutsche sorgen sich um weitere Einschnitte im Gesundheitssystem
Nach dem aktuellen "Health Care Monitoring" gehen 52% der gesetzlich Versicherten in Deutschland davon aus, dass sich das Versorgungsniveau in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in den kommenden Jahren verschlechtern wird. Nur 21% blicken optimistisch in die Zukunft und prognostizieren positive Veränderungen. Die auftretenden Lücken in der Leistungspalette der GKV planen 46% der Befragten mit dem Abschluss einer privaten Zusatzversicherung entgegenzuwirken, weniger als ein Drittel haben aber tatsächlich bereits eine solche Police abgeschlossen. Für verbesserte und innovative Behandlungsoptionen im Rahmen der GKV würden viele Versicherte sogar tiefer in die Tasche greifen: 53% würden für mehr Leistung auch höhere GKV-Beiträge zahlen. Die Rabattierung von Arzneimitteln oder der Umstieg auf günstigere Produkte wird von den Versicherungsnehmern dagegen eher unkritisch gesehen: 77% halten diese Maßnahme zur Senkung der Kosten im Gesundheitssystem für durchaus sinnvoll.

Ein bedenkliches Bild ergibt sich auch bei den Einschätzungen zur aktuellen Versorgungslage in Deutschland: Ein Drittel der deutschen Bürger bezeichnet das aktuelle Versorgungsniveau als nicht mehr ausreichend. Immer häufiger zweifeln auch die Inhaber einer privaten Krankenversicherung (PKV) daran, im Krankheitsfall überhaupt noch Behandlungen auf dem höchsten Stand der Technik in Anspruch nehmen zu können (September 2007: 34%, März 2007: 21%). Bei den GKV-Versicherten ergibt sich ein gegenläufiges Bild: Während im März 2007 noch 56% der im Rahmen des "Health Care Monitoring" Befragten die Möglichkeit der Behandlung mit innovativen Methoden für durchaus realistisch hielten, waren es 6 Monate später insgesamt 60%. Die Zufriedenheit mit dem Versicherungsschutz hat sich dagegen im Vergleich zur vorherigen Befragung keinesfalls positiv verändert: Bei den PKV-Versicherten fühlen sich "nur" noch 91% gut versichert (März 2007: 96%), bei den GKV-Versicherten stagniert der Anteil der Zufriedenen bei rund 85%.

Das Vertrauen in die Politik ist bei vielen längst nicht mehr vorhanden: Rund 60% der Teilnehmer an der Studie sind der Meinung, dass die Gesundheitspolitik eine langfristige und effektive Gesundheitsversorgung nicht mehr gewährleisten kann. Jeder Fünfte zieht es in Erwägung, für die gesundheitliche Versorgung das Land zu verlassen und Behandlungen im Ausland in Anspruch zu nehmen. Die stetigen Diskussionen und Streitigkeiten um die Reformierung des Gesundheitssystems scheinen auch in den Köpfen der Bürger bedenkliche Spuren hinterlassen zu haben: So zeigt die Studie, dass Krankheiten zusehends verschwiegen werden, da sie oftmals als persönlicher Makel aufgefasst werden und soziale Missbilligung befürchtet wird.

Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH (www.lexisnexis.de) zurück
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